Schwierige Ausgangslage vor dem Duell gegen Dänemark
Patrick Fischer und die Zeitbombe
publiziert: Dienstag, 10. Mai 2016 / 08:27 Uhr
Patrick Fischer gibt sich Mühe, die Brisanz der Situation herunterzuspielen.
Patrick Fischer gibt sich Mühe, die Brisanz der Situation herunterzuspielen.

Die Moral intakt, die Stimmung gut, das Team mental stark. So der Tenor auch nach dem miesen Schweizer Auftakt an der WM in Moskau. Auf die Worte müssen heute gegen Dänemark Taten folgen.

Vieles klingt nach den Niederlagen gegen Kasachstan (2:3 nach Penaltyschiessen) und Norwegen (3:4 nach Verlängerung), dem schwächsten WM-Start seit 1983 an der B-WM in Tokio, beschönigend. «Natürlich waren wir am Sonntagabend schwer enttäuscht», sagt Nationalcoach Patrick Fischer. «Aber wir sind noch lange nicht erledigt. Wir budgetierten aus den ersten zwei Spielen mehr als zwei Punkte. Aber zwei Punkte sind besser als nichts.»

Fischer gibt sich Mühe, die Brisanz der Situation herunterzuspielen. Von Abstiegskampf will er gar nichts wissen, denn «die Mannschaft ist viel besser als die ersten zwei Resultate». Und doch wird der Beobachter vor Ort den Eindruck nicht los, der Nationalcoach wirke wie einer, der neben einer Zeitbombe sitzt und wild den richtigen Code sucht, mit dem er die Bombe entschärfen kann.

Für das Spiel gegen die Dänen, die mit einem 3:0 gegen Norwegen und einer 2:5-Niederlage (nach Führung) gegen Schweden ins Turnier gestartet sind, kündigte Fischer Umstellungen an. Reto Schäppi, ein 194-cm-Hüne, rückt für Gaetan Haas in die Mannschaft, «weil Schäppi gross und stark ist» (Fischer). Andres Ambühl, der Captain, darf am rechten Flügel statt als Center auflaufen, «weil Ambühl lieber am Flügel spielt». Ausserdem verteidigt gegen Dänemark Noah Schneeberger an Stelle von Robin Grossmann an der Seite von Yannick Weber.

Das sind nicht Fischers erste Umstellungen im Lauf der letzten Woche. Bei der WM-Hauptprobe in Basel gegen Deutschland stellte Fischer bei Spielmitte um, so dass kein Stein auf dem anderen blieb. Ins WM-Startspiel gegen Kasachstan starteten die Schweizer erneut mit neuen Linien, wobei Lino Martschini aus der Rolle des 13. Stürmers in die Paradelinie aufstieg. Diese Formationen wurden während der Partie gegen Norwegen in jeder Drittelspause von neuem durcheinandergewirbelt. Martschini ist mittlerweile wieder auf die 13. Position der Stürmer-Hierarchie zurückgefallen. Und Fischer probiert gegen Dänemark bereits seinen fünften «Code».

Gelingt «Turnaround»?

Klar ist aber auch, dass für die Schweizer Nationalmannschaft in Moskau noch nichts verloren ist, wenn am Dienstag der «Turnaround» geschafft wird. Noch immer können die Viertelfinals erreicht werden. Vor einem Jahr in Prag kamen die Schweizer mit zehn Punkten weiter, eigentlich hätten auch acht gereicht. Rein rechnerisch gibt es die Möglichkeit, mit sieben Punkten in der Achtergruppe auf den 4. Platz zu kommen. Seit der Einführung des aktuellen WM-Modus vor vier Jahren schaffte aber noch nie ein Team mit weniger als zehn Punkten das Weiterkommen. Die Vierten kamen einmal auf 15, einmal auf 14, einmal auf 13, dreimal auf 11 und zweimal auf 10 Zähler. Um in Moskau noch auf zehn Punkte zu kommen, müssen die Schweizer nicht nur in der regulären Spielzeit Dänemark und Lettland schlagen, sondern auch noch den WM-Mitfavoriten Russland, Schweden und Tschechien insgesamt zwei Punkte abknöpfen.

Dänemark mit zwei «Schweizern»

Vorerst bekommen es die Schweizer am Dienstagnachmittag gegen Dänemark mit einem weiteren Aussenseiter zu tun. Die Dänen haben zwar drei NHL-Stürmer (Nikolaj Ehlers, Lars Eller, Jannik Hansen) im Aufgebot, aber auch zahlreiche Akteure aus durchschnittlichen Ligen wie der DEL (2), der österreichischen Alpenliga (2), der AHL (1) und sogar der Schweizer NLB (1). Gleich zwei Akteure im dänischen Team sind mit der Schweiz stark verwurzelt. Der 29-jährige Stürmer Kirill Starkov spielt seit den Playoffs 2014 für Red Ice Martigny; die letzten zwei Saisons bestritt er sogar als Captain der Unterwalliser. Und der 20-jährige Nikolaj Ehlers, der Sohn von Trainer Heinz Ehlers (ex Lausanne), verbrachte seine wichtigsten sechs Ausbildungsjahre (von 11 bis 17) in der Juniorenabteilung des EHC Biel. Ehlers: «Es wird cool, gegen die Schweizer zu spielen. Ich freue mich auf das Spiel, denn das Schweizer Hockey verfolgte ich auch in den letzten drei Jahren und seit dem Wechsel nach Nordamerika noch intensiv.» Nach zwei Jahren in der Québec Major Junior Hockey League (QMJHL) schaffte Ehlers diese Saison den Sprung in die NHL zu den Winnipeg Jets. Er bestritt 72 Spiele und beendete die Saison in Winnipegs Paradeformation an der Seite von Blake Wheeler und Mark Scheifele.

Die Schweizer Aufstellung für das Spiel gegen Dänemark (Dienstag um 15.15 Uhr): Reto Berra oder Robert Mayer; Geering, Félicien Du Bois; Diaz, Blum; Yannick Weber, Schneeberger; Grossmann; Ambühl, Walser, Hollenstein; Simon Moser, Grégory Hofmann, Niederreiter; Andrighetto, Schäppi, Marc Wieser; Walker, Trachsler, Dino Wieser; Martschini.

(arc/Si)

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