EHC BielEHC KlotenEV ZugGenève-ServetteHC Ambri-PiottaHC DavosHC Fribourg-GottéronHC-LuganoLausanne HCSC BernSC Rapperswil-Jona LakersZSC Lions
Meisterporträt
Mit dem Glauben an sich selbst zum 14. Meistertitel
publiziert: Dienstag, 12. Apr 2016 / 23:56 Uhr
Martin Pluess jubelt mit dem Pokal.
Martin Pluess jubelt mit dem Pokal.

Dank einer nicht für möglich gehaltenen Steigerung auf allen Ebenen und zum richtigen Zeitpunkt sichert sich der SC Bern seinen 14. Meistertitel.

4 Meldungen im Zusammenhang
Vom taumelnden Krisenklub zum verdienten Schweizer Meister in zwei Monaten - so lässt sich der Weg der Berner in der finalen Phase der NLA-Meisterschaft in Kurzform beschreiben. Dabei sorgte der SCB für eine Premiere. Nie davor hatte ein Achtklassierter der Qualifikation den Pokal in die Höhe stemmen können. Kloten (1995) und die ZSC Lions (2012) schafften es jeweils von Platz 7 aus.

Die beiden Zürcher Klubs schlitterten aber nicht dermassen knapp in die Playoffs wie der SCB in diesem Jahr. Nur dank dem besseren Torverhältnis (-10) gegenüber dem neuntklassierten Lausanne (-20) hatte es dem Klub mit dem höchsten Zuschauer-Durchschnitt ausserhalb der NHL überhaupt in die Endausmarchung gereicht. Mit der erknorzten Playoff-Qualifikation löste sich im Team von Trainer-Rookie Lars Leuenberger aber die Verkrampfung.

Die Berner waren plötzlich nicht mehr wiederzuerkennen. Nach Monaten der Baisse setzten sie ihre Klasse in den Playoffs um und arbeiteten ihre Gegner mit einer mannschaftlichen Geschlossenheit Mal für Mal vom Eis. Gegen die Energie, die Wucht, das Tempo und das Selbstvertrauen fanden weder der Qualifikationssieger ZSC Lions (4:0 für Bern) noch die Titelverteidiger aus Davos (4:1) und im Final das in diesem Frühling wieder erstarkte Lugano (4:1) ein Rezept. Der SCB sicherte sich den Titel nicht mit Glück, sondern, weil er in diesen Playoffs klar die beste Mannschaft war.

Trainerwechsel und Verletzte

Das Potenzial, um Meister zu werden, hatte Bern bereits zum Saisonstart besessen. Doch unter dem kanadischen Trainer Guy Boucher lief es dem Grossklub nicht. Zudem verletzten sich immer wieder Schlüsselspieler, wie zum Beispiel der mittlerweile zurückgetretene Torhüter Marco Bührer. Seine acht Ausländerlizenzen hatte Bern deshalb bereits vor dem Jahreswechsel vergeben.

Zu diesem Zeitpunkt war Boucher nicht mehr dabei. Der ehemalige NHL-Trainer wurde im November freigestellt. Sven Leuenberger hievte stattdessen seinen jüngeren Bruder und bisherigen Assistenten Lars auf den Trainerstuhl, musste dafür aber seinen Posten als Sportchef räumen und an Alex Chatelain übergeben. Die Neubesetzungen lösten Stirnrunzeln aus, erwiesen sich nun aber als ideale Lösungen.

Leuenberger fand das richtige Rezept

Lars Leuenberger, als Spieler und Trainerassistent bereits Meister mit Bern, machte die mangelnde Erfahrung - der 41-Jährige hatte davor in der NLA einzig zwei Monate als Interimstrainer in Bern gewirkt (Saison 2013/2014) - mit Leidenschaft und cleverem Coaching wett. Er fand offenbar die richtigen Worte und hinterliess an der Bande den besseren Eindruck als die etablierten Marc Crawford (ZSC), Arno del Curto (Davos) und Doug Shedden (Lugano).

Bern brach als Mannschaft nie auseinander, auch als es im Januar die längste Negativserie seit Einführung der Playoffs (acht Niederlagen in Folge) verkraften musste. «Wir sind immer positiv geblieben», sagten die Protagonisten vor dem Playoff-Start unisono. Und als Bern endlich komplett antreten konnte, begann die Maschinerie unermüdlich zu laufen. Die Ausgeglichenheit, dank der die Berner konsequent mit vier Linien losstürmen konnten, erwies sich als einer der grossen Trümpfe.

Die harten Arbeiter

Durch nichts liessen sich die Berner erschüttern. Wie gross das Selbstvertrauen der Berner in diesen Playoffs war, zeigt ein Blick auf die Overtime-Statistik. Alle fünf Verlängerungen und Penaltyschiessen entschieden die Berner für sich - mehrmals nach Rückständen und nachdem sie den Ausgleich erst kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit erzielt hatten.

Typischerweise gehörten deshalb nicht offensive Künstler zu den wichtigsten Figuren der Meistermannschaft, sondern harte Arbeiter und Antreiber sowie für den Gegner unbequeme Gegenspieler wie Thomas Rüfenacht oder Tristan Scherwey. Und mit dem tschechischen Weltmeister Jakub Stepanek fanden sie auch auf der so wichtigen Position des Torhüters einen idealen Ersatz für Bührer. Stepanek war nach einer Eingewöhnungsphase der grosse Rückhalt der Mannschaft.

«Königstransfer» Genoni

Im Hinblick auf die kommende Saison ist beim SCB noch einiges unklar, auch wenn das Gerüst der Mannschaft steht und mit der Verpflichtung des Davoser Goalies Leonardo Genoni der «Königstransfer» bereits getätigt ist. Von den Ausländern besitzen einzig der Center Andrew Ebbett und der PostFinance-Topskorer Cory Conacher (dieser mit Ausstiegsklausel für die NHL) einen Vertrag für 2016/2017.

Zumindest offiziell noch nicht vergeben ist zudem der Posten des Trainers. Klar ist, dass Meistertrainer Leuenberger gehen muss. Die Führungsriege um CEO Marc Lüthi hatte bereits vor dem Playoff-Auftakt entschieden, dass der ehemalige Stürmer keine Chance erhält. Dem Vernehmen nach soll der aktuelle finnische Nationaltrainer Kari Jalonen (56) Leuenberger ablösen.

Übrigens: Dass ein Trainer in Bern mit einem Meistertitel abtreten muss, ist keine Premiere. 2004 hatte Kent Ruhnke trotz Titelgewinn gehen müssen - nach einem Finalsieg gegen... Lugano.

(fest/Si)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese eishockey.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tausende Fans harren stundenlang in ... mehr lesen
Die Spieler des SC Bern feiern mit ihren Fans den Meistertitel der Saison 2015/16 in der PostFinance-Arena.
Der SC Bern verlor in der Finalrunde gerade einmal 2 Partien.
Ausgerechnet ein Shorthander entscheidet die diesjährige NLA-Meisterschaft. Der 14. Schweizer Meistertitel des SC Bern ist mehr als verdient. mehr lesen
Der SC Bern erkämpft sich im beeindruckenden Stil den 14. Titel seiner 85-jährigen Vereinsgeschichte. Mit dem 3:2 in ... mehr lesen
Grenzenloser Jubel beim Schweizer Meister SC Bern u.a. mit Torhüter Jakup Stepanek.
Berns Derek Roy jubelt nach dem Tor zum 1:2. Enttäuschung bei Luganos Topscorer Linus Klasen.
Der SC Bern ist zum 14. Mal ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Insgesamt bestritt Arcobello bislang 139 NHL-Spiele für Edmonton, Nashville, Pittsburgh, Arizona und Toronto. Er erzielte dabei 53 Punkte, darunter 24 Tore.
Insgesamt bestritt Arcobello bislang 139 NHL-Spiele für Edmonton, ...
Spielmacher und Powerplay-Spezialist  Schweizer Meister SC Bern verpflichtet für die kommenden zwei Saisons den Amerikaner Mark Arcobello. Der 27-jährige Center spielte zuletzt in der Organisation der Toronto Maple Leafs. mehr lesen 
Auftakt am 16. August  Meister SC Bern und die ZSC Lions eröffnen am Dienstag, 16. August, die diesjährige Champions ... mehr lesen  
Die Berner starten gegen Kosice in die Champions League.
Simon Bodenmann muss nun drei Spiele zuschauen.
Drei Spielsperren  Das Verbandssportgericht von Swiss Hockey erhöht im Fall Simon Bodenmann die Strafe von einer auf drei Spielsperren. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    grüezi Wie lasterhaft Mitleid mitunter sein kann, beweisen Sie doch gerade ... Mo, 26.12.16 20:05
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Vom Tode träumt ein negrophiles Schäfchen doch ständig. Wenn tausende Frauen in England ... Mi, 28.09.16 11:58
  • HentaiKamen aus Volketswil 1
    Kommt wieder Aber leider eine RIESEN Verlust für Leser wie mich die nicht mit dem ... Sa, 13.08.16 01:13
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    sogar nach dem Tode hat die Kassandra noch die grösste Schnauze... jaja, diese ... Fr, 12.08.16 16:30
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wow, wie hat sich die gute Kubra gemausert! Ich danke auch Ihnen ganz persönlich für die vielen harten und ... Mi, 20.07.16 20:25
  • Pacino aus Brittnau 731
    Übrigens, wusstet ihr schon . . . . . . dass die Foren von AZ (Wanner), 20min. und Schweizer Fernsehen ... Mi, 29.06.16 15:20
  • PMPMPM aus Wilen SZ 235
    Und jetzt? Ist noch online...? Liebes news-Team, schade ist die Situation so, dass etwas aufhören ... Di, 28.06.16 22:43
  • kubra aus Berlin 3232
    Danke für die gelebte Pressefreiheit. Damit mein ich durchaus auch den ... Di, 28.06.16 16:09
 

Schneedaten Schweiz

OrtWetterTemp.SchneeAnl.
T / Go / t
Adelbodenwolkig-1 °C44 / 12555 / 55
Aletsch Arenawolkig0 °C108 / 17035 / 36
Arosawolkig-10 °C170 / 25043 / 43
Crans - Montanasonnig4 °C0 / 00 / 27
Davoswolkig-11 °C114 / 22549 / 54
Engelberg - Titlisbewölkt, Schneefall-13 °C50 / 48027 / 28
Flims Laax Falerawechselhaft, Schneefall-12 °C125 / 30528 / 28
Flumserbergwolkig-6 °C85 / 13515 / 17
Grindelwald - Wengenwolkig3 °C5 / 18325 / 27
Hoch-Ybrigwolkig-4 °C70 / 18012 / 12
Kanderstegwolkig-4 °C35 / 809 / 9
Klosterswolkig-11 °C114 / 22549 / 54
Lenzerheidewolkig-10 °C125 / 26543 / 43
Les Diableretswechselhaft, Schneefall-11 °C50 / 10025 / 25
Meiringen - Haslibergleicht bewölkt10 °C0 / 16013 / 13
Saas-Feewolkig0 °C35 / 24021 / 22
Verbier - 4Valléeswechselhaft, Schneefall-13 °C83 / 21574 / 82
Wildhaus - ToggenburgNebel-8 °C100 / 25017 / 17
Zermatt - Matterhornleicht bewölkt3 °C20 / 22044 / 52
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich -3°C 2°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebel
Basel -1°C 3°C bewölkt, etwas Schneeleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebel
St. Gallen -3°C 1°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebel
Bern -2°C 2°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebel
Luzern -2°C 2°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich Nebel
Genf -1°C 4°C Wolkenfelder, Flockenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Lugano 0°C 5°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten