Noch immer ist völlig offen, wann und ob Kevin Lötscher wieder Eishockey auf höchstem Niveau betreiben kann. Nach seiner Entlassung aus dem Berner Inselspital Anfang September trainiert der Walliser nun seit drei Wochen in Bern. Kevin mache täglich Fortschritte, sagte SCB-Sportchef Sven Leuenberger, der teilweise die speziellen Trainings mit Lötscher leitet.
Seine ersten Schritte auf dem Eis seien «eine wackelige Angelegenheit» gewesen, so Lötscher schmunzelnd. Mittlerweile hat er sich wieder an die glatte Unterlage gewöhnt, noch ist er aber weit weg von seinem grossen Ziel, der Rückkehr in die NLA. Die Übungen auf dem Eis sind einfach, Schritt für Schritt tastet sich Lötscher heran. «Ich nehme weiterhin eins nach dem andern.»
Kraft und Ausdauer sind schon fast wieder auf dem ursprünglichen Niveau. Mühe bekundet Lötscher aber mit der Koordination und dem räumlichen Denken, vor allem wenn er in Bewegung ist. Das sei allerdings nicht unerwartet gekommen. «Meine rechte Körperhälfte ist noch nicht so weit wie meine linke», sagte Lötscher. Beim Unfall im Mai sind unter anderem jene Partien in Lötschers Hirn arg in Mitleidenschaft gezogen worden, welche für die Funktionen in der rechten Körperhälfte verantwortlich sind.
Im Alltag findet sich Lötscher bereits wieder problemlos zurecht. Als nächstes steht die Autoprüfung an, damit er sich nicht mehr mit dem Tram fortbewegen müsse. Lötscher ist mit viel Enthusiasmus bei der Sache. «Es macht Spass, wieder auf dem Eis zu sein und zu trainieren. Das habe ich schon vermisst», erklärte der 23-Jährige, der sich weiterhin nicht an die Zeit vor und nach dem Unfall erinnern kann.
Rückschläge müsse er akzeptieren, er versuche aber, sie auszublenden. «Ich weiss, wo ich als Sportler einmal war, und ich weiss, dass es schön war. Und deshalb will ich unbedingt wieder zurück an diesen Punkt.»
(fest/Si)