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Sieg am Ostersamstag
Die ZSC Lions unterwegs zu einer Dynastie
publiziert: Montag, 21. Apr 2014 / 09:35 Uhr / aktualisiert: Montag, 21. Apr 2014 / 10:25 Uhr
Die ZSC Lions feiern bei ihrem Sieg am Samstag. (Archivbild)
Die ZSC Lions feiern bei ihrem Sieg am Samstag. (Archivbild)

Die ZSC Lions sind wieder Schweizer Meister - zum achten Mal und zum fünften Mal in diesem Jahrtausend. Die Lions gewannen die Finalserie gegen Kloten mit 4:0. Den entscheidenden Sieg errangen sie am Ostersamstag nach einem 1:1 nach Verlängerung im Penaltyschiessen.

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Erst zum zweiten Mal in der Schweizer Playoff-Geschichte wurde der Meister in einem Penaltyschiessen erkoren. Und wie vor sechs Jahren, damals gegen den Genève-Servette HC, ging der Titel an die ZSC Lions. 2008 liess Ari Sulander keinen der sechs Penaltys rein; Domenico Pittis reüssierte als einziger. Am Samstag machte sich Robert Nilsson zum Helden des Abends. Er, der in der regulären Spielzeit mit die besten Möglichkeiten des ZSC vergeben hatte, reüssierte im Penaltyschiessen gleich zweimal. Zuerst brachte er mit dem fünften Schuss die Lions erstmals am Abend in Führung. Später verwertete er mit dem zwölften Penalty den ersten «Match-Puck» der Lions.
«Ich kann meine Gefühle gar nicht beschreiben», so Robert Nilsson nach der Entscheidung. Im Mittelpunkt mochte er nicht stehen. «Grossartiges Teamwork verhalf uns zum Titelgewinn.»

Ausgerechnet Robert Nilsson beendete das Championat! Der Schwede belastet das Ausländerkontingent der ZSC Lions nicht, weil er seine erste Lizenz in der Schweiz gelöst hat. Und dazu kam es, weil Vater Kent Nilsson für Kloten gespielt hatte. Während der Playoffs enttäuschte Robert Nilsson mehr als einmal. Aber als Penalty-Held und Meisterschütze geht er in die Geschichte ein. Während der fast siebenmonatigen Qualifikation hatten die Lions kein Penaltyschiessen gewinnen können (0:6-Bilanz). Zweimal verloren sie auch Shootouts gegen die Kloten Flyers. Aber in den Playoffs setzten sich die Stadtzürcher in beiden Penaltyschiessen durch. Zuerst in den Viertelfinals in Lausanne, als den Lions nach einem Fehlstart das Wasser bis zum Hals stand. Schon damals verwandelte Robert Nilsson zwei von drei Penaltys, den ersten in der 59. Minute beim Stand von 1:2.

Penaltyschiessen? Kein Problem!

Dass die Schweizer Meisterschaft und der Playoff-Final in einem Penaltyschiessen entschieden werden, ist eigentlich ein Unding. Die National League erhebt für sich den Anspruch, eine der besten und professionellsten Ligen in Europa sein zu wollen. Ein derartiges Ende wäre aber in Schweden, Finnland, Russland, Tschechien oder sogar in Deutschland nicht möglich. In diesen Ligen wird spätestens dann, wenn in einer Serie das Ende droht und einem Team bloss noch ein Sieg zum Weiterkommen oder zum Titelgewinn fehlt, verlängert bis zum «sudden death». Den ZSC Lions spielte es aber keine Rolle, dass die Finalserie letztlich mit einem Glücksspiel entschieden wurde. «Wissen Sie was?», meinte der Erfolgstrainer Marc Crawford, «ich bin froh, dass es so und nicht anders endete. Ich habe in meiner Karriere in Penaltyschiessen auch bittere Erfahrungen gesammelt. Aber ich habe kein Problem mit dem Penaltyschiessen zum Schluss. Ich bin überzeugt, dieser Meistertitel wird gerade dank des Penaltyschiessens besser in Erinnerung bleiben.»

Ohnehin waren die ZSC Lions der hochverdiente Schweizer Meister. Sie legten eine perfekte Saison hin (20 Punkte Vorsprung in der Qualifikation) und bestätigten ihre Favoritenrolle in den Playoffs. Im siebenten Halbfinalspiel gegen Servette (4:0) fanden sie endlich auch in den Playoffs die Geschwindigkeit und die Finesse, mit der sie im Final Kloten in die Schranken wiesen. Zürichs grösster Trumpf war die Ausgeglichenheit. Derweil Klotens Offensive vor allem von der Paradelinie lebte, erzielten beim ZSC acht verschiedene Spieler die ersten neun Playoff-Treffer. In den Finals Nummern 3 (Dan Fritsche) und 4 (Chris Baltisberger) schossen Stürmer aus der vierten Linie entscheidende Tore. So konnten die Lions wegstecken, dass Techniker wie Roman Wick, Luca Cunti oder Robert Nilsson (ausser bei Penaltys) kaum reüssierten.

Nur zwei Stürmer älter als 30

Und auch defensiv überzeugten die Lions. Die Teamleader Mathias Seger und Severin Blindenbacher sind sichere Werte. Schwerarbeiter wie Morris Trachsler oder Mark Bastl verstärken bei jedem Einsatz die Abwehr. Und der Goalie Lukas Flüeler ist schon mit 25 fast so gut wie der grosse Ari Sulander. Vor zwei Jahren hexte Flüeler den ZSC mit 94 Prozent Fangquote in den Playoffs zum Titelgewinn gegen Bern. Auch in dieser Saison kam Flüeler auf starke 93,47 Prozent. Vor allem erwies sich Flüeler als unbezwingbar, wenn es ganz wichtig war, wie in den beiden Spielen 7 gegen Lausanne (1:0) und Servette (4:0). In der gesamten Finalserie gegen Kloten liess er bloss vier Gegentore zu.

Die Art und Weise, wie die ZSC Lions aufgestellt sind, muss der Konkurrenz Angst machen. Der Zürcher SC dominierte die Meisterschaft wie niemand mehr seit dem «Grande Lugano» zu Beginn des Playoff-Zeitalters (ab 1986). Die Zürcher können wie Lugano (vier Titelgewinne von 1986 bis 1990) und Kloten (vier Meistertitel in Serie von 1993 bis 1996) eine Dynastie erschaffen. Fünfmal seit 2000 (mit fünf verschiedenen Trainern) und zweimal in den letzten zwei Jahren holten die Lions den Titel. Unter dem Dach der Lions-Organisation spielen mehr als 1000 lizenzierte Akteure, viermal mehr als beispielsweise in der Organisation des SC Bern. Es ist auch nicht anzunehmen, dass die ZSC Lions wie in dieser Saison der SCB als Meister die Playoffs verpassen werden. Das Zürcher Meister-Team bleibt beisammen. Nur Ronalds Kenins zieht es nach Vancouver. Und mit Seger (36) und Blindenbacher (31) sowie Bastl (33) und Shannon (31) sind bloss je zwei Verteidiger und Stürmer älter als 30.

Auch finanziell droht den Lions kein Kollaps. Die Lions investieren 18 Millionen Franken in die erste Mannschaft und rund 25 Millionen ins Eishockey. Wie hoch der Betriebsverlust ist, wird verschwiegen. Gedeckt wird das Minus von Verwaltungsratspräsident Walter Frei (Vermögen gemäss der Zeitschrift «Bilanz» zwischen 1,5 und 2 Milliarden Franken) und seinen Freunden. Walter Frei war einer der ersten, der nach dem Titelgewinn in der Kabine der Lions das Wort ergriff.

Kloten hofft auf Hollenstein

Und Kloten? Die Flyers verfügen an der Spitze zwar ebenfalls über einen potenten starken Mann (Philippe Gaydoul), dennoch präsentiert sich die Zukunft des «Dorfklubs» nicht ganz so rosig wie jene des Rivalen an der nahen Stadt. Die Flyers verloren zum dritten Mal in fünf Jahren einen Playoff-Final. Dass der Stadtrivale im Stadion am Schluefweg den Titel feiern durfte, dürfte ebenso schmerzen wie die Tatsache, dass Zürichs Finalhelden (Flüeler, Nilsson) als Junioren bei Kloten spielten. Auch ZSC-Topskorer Wick hat das Handwerk bei den Zürcher Unterländern gelernt. Die Flyers, vor einem Jahr in die Abstiegs-Playoffs verbannt, spielten eine nahezu perfekte Saison, verfügten auch in den Playoffs über einen exzellenten Goalie (Martin Gerber), dennoch reichte es im Final nicht einmal zu einem Sieg - obwohl Gerber in Spiel 4 am Samstag 48 Schüsse und vier Penaltys parierte.

Einige Schlüsselspieler werden Kloten verlassen. Peter Mueller, der Topskorer, möchte zurück in die NHL. Die Nationalverteidiger Félicien Du Bois (zu Davos) und Eric Blum (zu Bern?) wechseln den Klub. Dafür kommen die weniger profilierten Back (aus Davos) , El Assaoui (aus Ambri), Casutt (aus Zug), Kellenberger (aus Biel), aber immerhin auch Peter Guggisberg. Aber möglicherweise realisieren die Flyers ja noch einen Deal mit Chris McSorley (Servette), dass Denis Hollenstein als Spieler zu Kloten und zu seinem Vater Felix Hollenstein (Trainer) zurückkehren kann.

(awe/Si)

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