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ZSC Lions - Bern 3:4 n.P.
Bodenmann schiesst SCB zum Sieg
publiziert: Donnerstag, 3. Mrz 2016 / 23:54 Uhr
Lions Roman Wick scheitert an Berns Torhüter Jakub Stepanek.
Lions Roman Wick scheitert an Berns Torhüter Jakub Stepanek.

Der SC Bern sorgt für einen Paukenschlag zum Playoff-Auftakt und gewinnt beim Qualifikationssieger ZSC Lions die erste Viertelfinal-Partie mit 4:3 nach Penaltyschiessen.

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Simon Bodenmann erzielte den Gamewinner für den Achten der Regular Season. Bodenmanns Siegtor war das 2:1 im Penaltyschiessen, ehe Auston Matthews zum Abschluss an Berns Keeper Jakub Stepanek scheiterte. Die ZSC Lions haben damit auch ihr siebtes Penaltyschiessen der Saison verloren. Der SCB brach mit dem Erfolg eine Baisse von drei Penaltyschiessen ohne Torerfolg und gewann zudem erstmals seit 2013 wieder ein Penaltyschiessen.

Die ZSC Lions verzeichneten zum Playoff-Auftakt nach vielversprechendem Start einen mässigen Auftritt mit wiederholt zu passiven Phasen. Ein kompakter und aufsässiger SCB machte mit Kampf, Disziplin und Effizienz einem zu wenig entschlossenen Favoriten das Leben schwer und stand dem Sieg in der Verlängerung gar näher. Zudem gingen die Berner schon in der regulären Spielzeit zweimal in Führung.

Ausgerechnet Marc-André Bergeron, der kanadische Verteidiger mit dem Hang zum riskanten Pass in der eigenen Zone, rettete die ZSC Lions drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit dem Treffer zum 3:3 in die Verlängerung. Auston Matthews, der in der 51. Minute selbst den Pfosten getroffen hatte, bereitete diesen Treffer vor. Nur im darauffolgenden Finish der regulären Spielzeit wirkten die Zürcher entschlossen und standen dem Sieg näher.

Treffsichere Berner Verteidiger

Alle drei SCB-Tore in der regulären Spielzeit hatten Verteidiger erzielt: Timo Helbling, Ramon Untersander sowie Sandro Wiedmer. Der mit einer B-Lizenz von Visp gekommene Wiedmer hatte vier Minuten vor Spielende mit dem 3:2 (56.) eine minutenlange Druckphase des SCB gekrönt. Die ZSC Lions wirkten in jener Phase in der eigenen Zone erstaunlich ratlos. Dabei hatten die Zürcher zu Beginn des Schlussdrittels zwei kurz aufeinanderfolgende Unterzahlphasen von insgesamt vier Minuten noch problemlos überstanden.

Der Qualifikationssieger ging zwar bereits nach 39 Sekunden durch Ryan Shannon in Führung, verpasste danach aber aus einem klaren Plus an Spielanteilen und Chancen (18:11 Schüsse im ersten Drittel), den Vorsprung früh auszubauen. Schliesslich blieben auch zwei aufeinanderfolgende Strafen gegen Timo Helbling gegen Ende des Start- beziehungsweise zu Beginn des Mitteldrittels ungenutzt.

Und unmittelbar nach Ende dieser Unterzahl-Phase kamen die Berner mit einem weiteren Konter durch Ramon Untersander gar zur 2:1-Führung. Ein Fehlpass von ZSC-Verteidiger Jonas Siegenthaler stand am Ursprung dieses Gegentreffers.

Der SC Bern war schon mit seinem ersten Abschluss überhaupt zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich durch Helbling (9.) gekommen. Ein Scheibenverlust vom Zürcher PostFinance-Topskorer Robert Nilsson in der Offensivzone hatten die Gäste dabei mit einem zunächst ungefährlich wirkenden Konter kaltblütig ausgenutzt.

Spektakel beim Klassiker

Spektakulär war die Entstehung des 2:2-Ausgleichs der ZSC Lions. Einmal mehr stand an diesem Abend dabei Timo Helbling im Mittelpunkt. Der künftige Verteidiger von Kloten kippte beim Backchecking ohne gegnerische Einwirkung um und versuchte sein Malheur mit einem Stockwurf gegen den aufs Tor zueilenden Pius Suter wettzumachen, was zum Penalty führte. Dieser wurde vom Saison-Aufsteiger souverän verwertet.

Schon nach zehn Minuten kochten die Emotionen in diesem Klassiker zum ersten Mal hoch, als Mike Künzle den SCB-Stürmer Derek Roy für eine Goalie-Behinderung zur Rechenschaft zog. Beide kassierten dafür je zwei Minuten.

In der Qualifikation hatten die ZSC Lions gegen den Qualifikations-Achten 10:2 Punkte geholt. In der Playoff-Geschichte steht es dagegen 3:1 für den SC Bern. Zuletzt im Jahre 2012 hatten sich die ZSC Lions indes im Final mit 4:3 Siegen zum Gewinn des Meistertitels durchgesetzt.

ZSC Lions - Bern 3:4 (1:1, 1:1, 1:1, 0:0) n.P.
10'064 Zuschauer. - SR Vinnerborg/Wehrli, Balazs/Küng. - Tore: 1. (0:39) Shannon (Blindenbacher) 1: 0. 9. Helbling (Alain Berger, Gian-Andrea Randegger) 1:1. 22. Untersander (Roy) 1:2. 31. Suter (Penalty) 2:2. 56. Wiedmer (Bodenmann) 2:3. 57. Bergeron (Matthews) 3:3. - Penaltyschiessen: Matthews -, Conacher 0:1; Bergeron 1:1, Hischier -; Shannon -, Krueger -; Suter, Moser -, Nilsson -, Rüfenacht -; Bodenmann 1:2, Matthews -. - Strafen: je 3mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Nilsson; Conacher.

ZSC Lions: Schlegel; Blindenbacher, Siegenthaler; Rundblad, Geering; Seger, Bergeron; Nilsson, Matthews, Herzog; Künzle, Shannon, Suter; Patrik Bärtschi, Trachsler, Schäppi; Chris Baltisberger, Cunti, Wick; Jan Neuenschwander.

Bern: Stepanek; Helbling, Beat Gerber; Flurin Randegger, Untersander; Krueger, Kreis; Gian-Andrea Randegger, Wiedmer; Bodenmann, Ebbett, Simon Moser; Scherwey, Martin Plüss, Hischier; Alain Berger, Pascal Berger, Reichert.

Bemerkungen: ZSC Lions ohne Flüeler, Daniel Schnyder und Dan Fritsche (alle verletzt), Foucault und Keller (überzählige Ausländer) sowie Hächler, Malgin und Karrer (alle überzählig), Bern ohne Kobasew, Bergenheim, Ness, Bührer, Ness, Kousa, Blum und Jobin (alle verletzt). - 51. Pfostenschuss Matthews. - 75. Timeout Bern.

(bert/Si)

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